Sie sind hier: SVSH Landesschachverband

Der Landesschachverband stellt sich vor

Der Schachverband Schleswig-Holstein e.V. (SVSH) ist die Vereinigung von Schachvereinen und Schachabteilungen anderer Vereine in Schleswig-Holstein und hat sich zur Aufgabe gemacht, das Schachspiel als sportliche Disziplin zu fördern.
Zur Zeit gehören dem Verband 82 Vereine mit rund 2850 Mitgliedern an.
Der Verband hat seinen Sitz in Kiel und ist dort auch im Vereinsregister eingetragen.

Die Geschäfte des Verbandes führt das Präsidium durch, soweit sie nicht explizit anderen Organen durch die Satzung übertragen worden sind. Dem Präsidium gehören der Präsident, der Vizepräsident, der Schatzmeister und der Spielleiter an.
Die wichtigsten Entscheidungen trifft der Vorstand, dem außer den Präsidiumsmit-
gliedern die Bezirksvorsitzenden, die Referenten, der Vorsitzende der Schachjugend, die Ehrenpräsidenten und die Ehrenmitglieder angehören.
Alle Organe, Gremien und Mitglieder des Verbandes haben die Ordnungen und hier
insbesondere die Satzung zu beachten.

Oberstes Organ des Verbandes ist der Kongress [5 KB] („Osterkongress“), der einmal jährlich und in aller Regel am Gründonnerstag stattfindet.

Die Jugend des Verbandes ist in der Schleswig-Holsteinischen Schachjugend (SJSH) organisiert, die sich selbst führt und verwaltet. Sie führt auch ihre eigenen Meisterschaften durch.

Der SVSH ist Mitglied im Deutschen Schachbund (DSB), der seinen Sitz in Berlin hat, und im Landessportverband (LSV), der in Kiel beheimatet ist. Der Verband gliedert sich in 5 Bezirke. Über die Zahl und die Einteilung der Bezirke
entscheidet der Kongress. Die Vereine haben für ihre Mitglieder Beiträge zu entrichten. Die Beiträge an die Bezirke, den SVSH und den DSB zahlen die Vereine an die Bezirke, die den SVSH– und den DSB–Beitrag an den SVSH abführen. Dieser leitet den DSB–Beitrag an den DSB weiter.

Der SVSH bietet seinen Vereinen und deren Mitgliedern die Möglichkeit, an Mann-
schafts– und Einzelturnieren teilzunehmen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Landeseinzelmeisterschaften, die seit einigen Jahren wieder in der Woche vor Ostern stattfinden. Mannschaftskämpfe werden auf Landesebene in der Landesliga und den darunter liegenden 3 Verbandsligen ausgetragen. Nähe Einzelheiten regelt die Landesturnierordnung. Die Bezirke regeln ihren Spielbetrieb in eigener Regie. Oberhalb der Landesliga rangiert die Oberliga und darüber die 2. und 1. Bundesliga. Zur Zeit ist Schleswig-Holstein überregional mit 5 Mannschaften vertreten.

Geschichte

Schach in Schleswig-Holstein 1946 - 1996
Die folgenden Zeilen sollen einen kurzen Überblick über die Geschichte - insbesondere über die verschiedenen Veranstaltungen - des Schachs in Schleswig-Holstein in den Jahren 1946 bis 1996 geben.

Unter der Regie von Artur Schwarz und Artur Hauffe fand die erste Landesmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg in Lübeck statt. Erster Landesmeister wurde Ludwig Rellstab von den SF Neustadt.
Die Landesmeisterschaften wurden zunächst in Schweizer-System-Turnieren ausgetragen, dann in Rundenturnieren mit 12, später mit 10 Teilnehmern und in den letzten Jahren wieder in Schweizer System-Turnieren.
Artur Schwarz war auch maßgeblich an der Gründung des Landesverbandes, der zunächst als „Arbeitsgemeinschaft der Schleswig-Holsteinischen Schachvereine“ gegründet wurde, beteiligt.
In den Folgejahren wurden viele Schachvereine in Schleswig-Holstein neu gegründet und der Spielbetrieb konnte wieder aufgenommen bzw. erweitert werden.

Im Jahre 1948 wurde anlässlich des „Hauptturniers Nord“ in Lüneburg der „Norddeutsche Schachbund“ von den Vertretern der Schachverbände Lüneburger Heide, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Weser-Ems sowie dem Hamburger Schachverband gegründet.

Auf dem Osterkongress in Friedrichstadt (1952) erfolgte die Namensänderung des Verbandes in „Schachverband Schleswig-Holstein“. Der Schachverband verzeichnete zu Beginn dieses Jahres einen Mitgliederstand von 1043 Schachspieler; darunter 22 Damen und 66 Jugendliche.

Das erste Meisterturnier nach dem Kriege mit internationaler Beteiligung organisierte die Kieler Schachgesellschaft 1959 mit dem Heinrich-Wagner-Gedenkturnier.

Gleich zwei Deutsche Meisterschaften fanden 1962 auf schleswig-holsteinischem Boden statt: die Deutsche Jugendmeisterschaft in Kiel und die Deutsche Damenmeisterschaft in Eckernförde.

Teilnehmer der Deutschen Jugendmeisterschaft 1962 in Kiel

Die Kieler Schachgesellschaft richtete 1964 erstmalig ein internationales Mannschaftsschnellturnier für Vierermannschaften aus, das anschließend alle zwei Jahre ausgetragen und Vorbild für viele Turniere wurde. Nach dem Tode von Alfred Brinckmann (1967) wurde das Turnier als „Alfred-Brinckmann-Gedenkturnier“ ausgetragen.

Mitte der 60er Jahre wurde die Schachszene in Schleswig-Holstein um eine Vielzahl von Schachveranstaltungen bereichert. Neben den Fördeschachtagen in Glücksburg (ab 1965) wurden in Travemünde internationale Mannschaftsturniere (ab 1965) und in Büsum der Nordseepokal (ab 1966), sowie die Deutsche Einzelmeisterschaft in Kiel (1967) ausgetragen.

In dieser Zeit stieg - insbesondere an der Westküste Schleswig-Holsteins - der Mitgliederstand der Schachvereine sprunghaft an. Im Bezirk West wurden viele neue Vereine gegründet und das Schulschach (besonders in Meldorf und Umgebung) besonders gefördert. Maßgeblichen Anteil daran hatte Herbert Eggert, der auch in den Folgejahren viele nationale und internationale Turniere in verschiedenen Städten Dithmarschens organisierte. Hierzu gehörten u.a. das internationale Juniorenturnier in Meldorf (1967), die Anderssen-Gedenkturniere in Büsum (1968/1969), die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft in Büsum (Jahreswechsel 1971/1972) sowie die Deutsche Damenmeisterschaft in Büsum (1972).

In Großenbrode wurde 1970 von der Kieler Schachgesellschaft das erste „Nordische Turnier“ für skandinavische und deutsche Nationalmannschaften ausgerichtet; welches ab 1973 noch in Dänemark, Bremen, Glücksburg und Eckernförde organisiert wurde.

Die herausragenden Ereignisse des Jahres 1976 waren die Ausrichtung der Deutschen Jugendmeisterschaft durch den Lübecker SV und der Gewinn des Titels des Deutschen Meisters von Klaus Wockenfuß.

Der Hanseatenpokal wurde erstmals in Husum (1977) unter den Landesverbänden Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein ausgespielt. Nach einigen Jahren wurde diese Veranstaltung aber nicht mehr durchgeführt; es wurden verstärkt Vierländerkämpfe mit anderen (südlicheren) Landesverbänden ausgetragen.

Die Tradition der Großmeisterturniere wurde 1978 und 1979 durch zwei stark besetzte Meisterturniere der Kieler SG, die als „Friedrich-Sämisch-Gedächtnisturniere“ ausgeschrieben wurden, fortgesetzt.

Deutsche Meistertitel errangen 1980 die Kieler Christian-Albrechts-Universität mit dem Titel des Deutschen Hochschulmeisters; im Schulschach die Oberschule zum Dom Lübeck in den Jahren 1976 und 1977 sowie 1994 die Claus-Rixen-Grundschule Altenholz und das Gymnasium am Mühlenberg Bad Schwartau.

1984 fanden zum ersten Male das Wrister Schachfestival und das Travemünder Open statt. Während das Wrister Schachfestival trotz hoher Teilnehmerzahlen nach zehn Jahren aus organisatorischen Gründen nicht mehr ausgeschrieben wurde, erfreut sich das Internationale Open an der Ostsee mit inzwischen weit über 300 Teilnehmern immer größerer Beliebtheit.

Seit mehr als zehn Jahren finden auch die über die schleswig-holsteinische Landesgrenze bekannten Mannschaftsturniere, das „Maiturnier“ der SG Turm Kiel und das „Floraturnier“ des Elmshorner SC, statt.

In den letzten Jahren kam eine Vielzahl von offenen Turnieren (insbesondere auch im Jugendbereich) hinzu, was eine verstärkte Aktivität der Schachvereine in Schleswig-Holstein aufzeigt und auf einen Aufschwung des schleswig-holsteinischen Schachs in den nächsten Jahren hoffen lässt.
(H.Spaan)